"verehrt - verfolgt - vergessen" - Eröffnungsvortrag von Diakon Klaus Schultz

Von Beginn an prägten bei Vereinsgründungen Männer mit jüdischer Herkunft den aus England kommenden Fußball in Deutschland. Einer von ihnen war Walter Bensemann, Mitbegründer des Deutschen  Fußballbundes und Mitinitiator bei der  Gründung des FC Bayern München. Obwohl die Herkunft  in den Anfangsjahren des FC Bayern München keine Rolle spielte, erzählt die Ausstellung „verehrt, verfolgt, vergessen“ vor allem die Geschichte der Vereinsmitglieder mit jüdischer Herkunft. Die jüdischen Vereinsmitglieder trugen in den Anfangsjahren maßgeblich dazu bei, dass sich der FC Bayern in einem nationalistischen Umfeld liberal, vorurteilsfrei und weltoffen zeigte. Bei der ersten Deutschen Meisterschaft 1932 leisteten drei Führungskräfte besondere Hilfestellung: Präsident Kurt Landauer, Trainer Richard Dombi und Jugendtrainer Otto Beer. Sie waren ebenfalls Juden. Ab 1933 wurden viele Vereinsmitglieder verfolgt, einige flüchteten ins Ausland, manchen wurden in Konzentrationslager verschleppt und ermordet. 

Zur Vernissage der Ausstellung in Nördlingen erzählt Klaus Schultz, Diakon in der Evangelischen Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau in seinem Vortrag am 18. Januar um 20:00 Uhr von der Bedeutung von Menschen mit jüdischer Herkunft für den deutschen Fußball. Er berichtet an diesem Abend von Verfolgung und Ausgrenzung, aber auch darüber, dass es in den Konzentrationslagern immer wieder Phasen gab, wo an diesem menschenverachtenden Ort Fußball gespielt wurde. Kaum vorstellbar, dass so etwas möglich war.

Klaus Schultz arbeitet seit 1997 in der Evangelischen Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau, ist Mitinitiator des Erinnerungstages im deutschen Fußball, der seit 2004 bundesweit in den Fußballstadien  jedes Jahr um den Holocaustgedenktag stattfindet. Er begleitet seit vielen Jahren Fußballfans bei Rundgängen mit dem Schwerpunkt Fußball im KZ in der KZ-Gedenkstätte Dachau.